Der Blick hinauf zu den Sternen hatte für die gesamte Menschheit seit ihrem Anbeginn schon viel mit der Suche nach Sinn im eigenen Leben zu tun. Astron, der Stern, stand darum auch als Vorsilbe Pate für vielerlei Wissensgebiete, die sich mit den Himmelskörpern im Zusammenhang mit Schicksal beschäftigten.
So ist die Astrologie die Lehre von den Sternen, die bis heute den Ruf hat, eine Art Geheimwissenschaft zu sein, die aber von einigen regulären Wissenschaftlern leider immer noch bestritten wird. Denn sie nehmen an, dass die Astrologen nicht auf demselben Forschungsboden arbeiten wie sie selbst. Dabei vergessen sie, dass auch die Astronomie (Nomos bedeutet Gesetz), also die absolut undiskutierte Wissenschaft von den Planeten, ursprünglich nur durch die Astrologie möglich wurde.
Denn einst entstanden beide Zweige im Rahmen der Astrologie und jeder Astrologe war gleichzeitig Astronom und umgekehrt. Erst als mit der zunehmenden Rationalisierung des Weltbildes der reinen Materie eine immer größere Wichtigkeit zugesprochen wurde, spalteten sich die Astronomen von den Astrologen ab. Die fristeten dann lange ein recht einsames Dasein mit dem Ruf, sich mit zauberischen Dingen und alchemistischen Geheimnissen zu beschäftigen. Dabei hatten sie ursprünglich den besten Leumund unter allen frühen Wissenschaftlern.
Ohne die Astrologie wäre so manche Philosophie und sogar die Physik nicht aus ihren Kinderschuhen hinausgekommen. An Königs- und Kaiserhöfen waren die Hofastrologen die prominentesten Ratgeber - in alle politischen Entscheidungen wurden sie mit Handkuss einbezogen. Heute nähert sich die Astrologie wieder vorsichtig ihren Wurzeln als Wissenschaft an. Seit neuere Forschungen beginnen, das alte astrologische Weltbild ernst zu nehmen, wird sie mehr und mehr zu einem eigenen Forschungsobjekt, dessen Stimmigkeit den Mitgliedern anderer Disziplinen oft überrascht.