Wie innen, so außen: Diese magische Erkenntnis durchzieht das spirituelle Denken, das zwischen der Esoterik (allem Inneren) und der Exoterik (allem Äußeren) zu unterscheiden weiß. Dabei steht allerdings im Mittelpunkt, dass sich Esoterik und Exoterik immer nur spiegeln und deshalb als zwei Seiten derselben Medaille gelten. Das Spektrum menschlicher Denk- und Emotionsinhalte umfasst immer den Weg vom einen Pol zu seinem Gegenteil.
Daher beinhaltet eine esoterische Haltung auch, dass unsere Außenwelt und die Ereignisse, die sie uns täglich präsentiert, nur unsere eigene seelische Position bebildert. Was der Mensch in sich nicht erkennen kann, das erhält er als Erlebnis draußen geschenkt - und so als Möglichkeit, es später in sich zu integrieren. Nur wer offen bleibt für die inneren Geschenke (und dazu gehören auch Auseinandersetzungen mit unliebsamen Persönlichkeitsanteilen), wird die Früchte der materiellen Welt ernten und später in aller Ruhe genießen können. Schon die Griechen Aristoteles oder Pythagoras wussten, was heute durch Forschungen der sogenannten Chaostheorie belegt wird: Mikrokosmos und Makrokosmos entsprechen sich stets selbst in der kleinsten Kleinigkeit.
Für esoterisch denkende Menschen, sind neuere Erkenntnisse der Psychologie (wie das Phänomen der Projektion) seit Jahrhunderten schon bekannt. Für die Esoterik spielt nach wie vor die Hauptrolle, das unberechenbare menschliche Schicksal mit einem tieferen Sinn "aufzuladen", beziehungsweise die Bedeutung der inneren Vorgänge zu analysieren und zur Weiterentwicklung zu nutzen. Auch wenn die populären Themengebiete der Esoteriker inzwischen manchmal zu reinen Schlagworten verkommen, würde kaum ein Philosoph oder ernstzunehmender Historiker ihre Bedeutung für den Fortschritt der Zivilisation und das eine Ausformung des Bewusstseins höherer Werte leugnen.